Was kosten Taschen nach Maß?

Inhalt

  1. Einen Rucksack für unter 1,50 Euro?
  2. Wie setzen sich die Preise von Taschen zusammen?
    1. Projektmanagement und Beratung
    2. Materialien und Komponenten
    3. Arbeitsvorbereitung: Zuschnitt, Logostick
    4. Der Nähprozess – Die eigentliche Taschenherstellung
    5. Qualitätskontrolle und Packaging
    6. Import und Zoll
  3. Fazit: Taschenpreise in 5 Punkten

 


 
Recherchiert man im Internet nach Taschen nach Maß findet man Taschen bereits für wenige Euro pro Stück auf chinesischen Plattformen, bis hin zu teuren Maßanfertigungen zu hohen Preisen. Preislich ist nach oben, wie überall im Leben keine Grenze gesetzt.
Doch was dürfen Maßanfertigungen mit ihrem eigenen Logo kosten? Wo lohnt es sich mehr zu investieren und wo kann getrost gespart werden? Wie setzen sich die Taschenpreise zusammen und was unterscheidet den Fabrikpreis vom Landungspreis an Ihrem Fabriktor? Ab welcher Stückzahl ist eine Maßanfertigung überhaupt möglich ? Ganz wesentlich ist hierbei zu allererst der Produktionsstandort ihrer Taschen: Asien oder Europa? In der Praxis lässt sich folgende Faustregel festhalten:
Benötigen Sie weniger als 500 Stück Taschen ist es sehr schwer dies zu günstigen Preisen in China oder Vietnam produzieren zu lassen. Hier fressen oft die Importkosten die Produktionskostenvorteile auf. Auch wenn es für Sie vielleicht nach einem Großauftrag aussieht sind 500 Taschen für eine chinesische Taschenherstellung eine sehr kleine Menge. Stückzahlen zwischen 50 – 500 Taschen werden deshalb am Besten in Osteuropa (v.a. Polen und Tschechien) produziert. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass der Stückpreis einer Produktion in Osteuropa nicht mit denen einer Taschenherstellung Made in China konkurrieren kann. Benötigen Sie noch weniger als 50 Einheiten geht es Richtung Einzelfertigung, die oftmals nur noch Sattlereibetriebe Musterschneider anbieten können. Aufgrund des hohen Nähaufwands meist zu hohen Kosten.

 

Einen Rucksack für unter 1,50 Euro?


Während Ihrer Recherche nach Preisen für Taschen nach Maß stolpern Sie garantiert auch auf chinesische Handelsplattformen, die ihnen Taschen für wenige Euros anbieten. Ganz wichtig ist es hierbei zu verstehen, dass die dort genannten Fabrikpreise keineswegs der Landungspreis an ihrem Firmentor darstellen. Vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen. Welche Bezugsnebenkosten müssen noch dazugerechnet werden?

Ganz grundsätzlich müssen Sie zu den EXW Fabrikpreisen noch die Frachtkosten und Zollosten hinzuaddieren.
Die Frachtkosten setzen sich zusammen aus Exportkosten (Transportkosten zum Hafen, Hafengebühren etc.), den eigentlichen Frachtkosten auf dem Schiff und den Import und Nachlaufkosten. Genauso wie beim Export müssen Sie auch beim Import in Deutschland Hafengebühren und Handling-Gebühren bezahlen. Vereinfacht gesagt: Jede Palettenbewegung, jeder Gabelstabler der zum Einsatz kommt, jeder Tag im Hafenlager etc. wird Ihnen in Rechnung gestellt. Je größer Ihre Sendung ist desto effizienter werden die Kosten verteilt. Das Handling eines 40“ Container mit bis zu 67 m³ Laderaum kostet oft nicht mehr als eine kleine Teilsendung mit 4-5 m³ im gemischten Container. Ein Taschen-Lieferant, der durch hohe Stückzahlen seine Container gut auslasten kann, liegt hierbei im Vorteil.

Beziehen Sie Taschen außerhalb der Europäischen Union müssen Sie noch Zollkosten hinzurechnen. Die Zollsätze sind taschenspezifisch und unterscheiden sich je nach Taschenmodell, Material und Einsatzzweck. Auf der Webseite des Zolls können Sie ihre entsprechende Zolltarifnummer (www.zolltarifnummern.de) ausfindig machen. Die Zollbeträge sind beim Warenimport zusammen mit der Einfuhrumsatzsteuer zu leisten. Voraussetzung hierfür ist eine EORI Nummer für Ihr Unternehmen.

Ein zweiter wichtiger Aspekt, den sie beachten müssen, ist die Verkehrsfähigkeit in der EU. Als Industrieunternehmen unterliegen Sie den EU-REACH Chemikalienverordnungen. Viele der chinesischen Taschen sind aber Werk nicht verkehrsfähig. Kalkulieren Sie also einen Aufschlag ein, um spezielle Materialien zu buchen die der Chemikalienverordnung gerecht werden. Dies betrifft alle Materialien und Komponenten (Stoffe, Reißverschlüsse, Handgriffe, Druckknöpfe etc.). Und da Vorsicht besser als Nachsicht ist sollten Sie diese in regelmäßigen Abständen bei einem unabhängigen Prüflabor wie dem TÜV-Rheinland oder SGS untersuchen lassen. Je nach Anzahl der zu prüfenden Stoffe laufen hier schnell Beträge von mehreren tausenden Euros zusammen. Wenn Sie über uns Taschen beziehen garantieren wir Ihnen ab EU die Verkehrsfähigkeit in der Europäischen Union

Zu guter Letzt werden viele der Preise auch erst in hohen Stückzahlen erreicht. Bei geringen Stückzahlen müssen Sie einen erheblichen Aufpreis zahlen. Was sind in diesem Zusammenhang hohe Stückzahlen? Alles ab 10.000 Stück.
Stellen Sie sich hier Folgende Fragen: Möchten und können wir mehrere zehntausend Euro an Kapital in unsere Taschen binden? Wie lange ist das Kapital gebunden? Sind wir uns sicher, dass es in der Zukunft keine Änderungen an den Taschen geben wird? Bleibt das Logo immer gleich? Vertrauen wir dem Lieferanten zu 100% hinsichtlich der Qualität? Eine 3.000 Euro Bestellung ist schmerzfreier abgeschrieben als eine 30.000 Euro Bestellung.

Aber das sind nicht die einzigen Gründe, warum die auf den ersten Blick sehr günstigen Preise oft eher Lockpreise sind. Im Folgenden geben wir Ihnen anhand einer offenen Kalkulation Einblick wie sich der Preis einer Maßtasche zusammensetzt.

 

Wie setzen sich die Preise von Taschen zusammen?


Die Herstellung einer Tasche nach Maß ist ein komplexer Arbeitsvorgang. Wie bei einem Motor, bei dem viele Zahnräder miteinander laufen müssen, ist es auch bei der Taschenherstellung nach Maß wichtig alle Komponenten aufeinander abzustimmen. Wenn nur ein Zahnrad falsch eingebaut ist oder Qualitätsprobleme aufweist ist oft die ganze Tasche nicht funktionsfähig. Eine Transporttasche mit kaputtem Reißverschluss? Abgerissene Griffe bei einer Schutztasche für einen Messestand? Beide Taschen sind wohl nutzlos und nicht mehr zu verwenden, auch wenn die Tasche sonst noch Top in Schuss ist.
Bei einer Maßanfertigung von Taschen sind die Zahnräder die richtige Auswahl an Materialien & Komponenten und die Wahl der Produktionsmethode. Zusammengesetzt ergibt sich grob folgende Aufteilung der Herstellkosten.

Selbstverständlich sind dies nur Richtwerte, die sich je nach Taschentyp unterscheiden werden. Dennoch hilft Ihnen ein grundlegendes Verständnis für die zugrundeliegenden Kostenblöcke bei späteren Optimierungen in Bezug auf Kosten oder Qualität.
 

1. Projektmanagement und Beratung


Zu Projektbeginn ist es wichtig sich detailliert Gedanken zu machen was die Tasche alles können muss. Wir möchten genau verstehen, wie die Tasche eingesetzt wird und was damit transportieren wird. Für uns ist es auch wichtig zu verstehen wie Ihr Unternehmen am Markt positioniert ist. Ein Anbieter im Premium Segment sollte auch bei Taschen mit Firmenlogo Premiumqualität anstreben. Egal ob Sie eine Werbetasche benötigen oder eine funktionale Schutztasche für Ihre Geräte.
 

2. Materialien und Komponenten


Nach dem ersten Briefing beginnen wir mit dem Sourcing der Materialien. Das Sourcing bildet das Grundgerüst die gesamte Taschenproduktion. Hier spielen Erfahrungswerte eine bedeutende Rolle.
 

3. Arbeitsvorbereitung: Zuschnitt, Logostick


Einige Arbeitsprozesse wie der Zuschnitt der Stoffe oder die Bestickung / Bedruckung der einzelnen Komponenten werden von externen Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, umgesetzt. Hierunter fallen beispielsweise auch individuell geprägte Zipper-Puller mit ihrem Logo, Applikationen etc.
 

4. Der Nähprozess – Die eigentliche Taschenherstellung


Jetzt geht’s ans Eingemachte. Wir nähen die einzelnen Komponenten zusammen. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Nur perfekt eingestellte Maschinen garantieren saubere Nähte, die nicht ausreißen. Das „rüsten“ der Maschinen nimmt oft ähnlich viel Zeit in Anspruch wie das nähen. Genäht wird dann in schwindelerregender Geschwindigkeit. Die Rüstkosten erklären auch die Mindestmengen unter denen wirtschaftlich keine Produktion möglich ist.
 

5. Qualitätskontrolle und Packaging


Trotz aller Sorgfalt beim Nähen ist eine Qualitätskontrolle zum Abschluss unerlässlich. Nach geprüfter Qualität werden die Taschen in Polybags o.ä. gesteckt und anschließend in handliche Kartons verpackt und für den Versand vorbereitet. Wenn Sie die Tasche direkt in den Handel bringen möchten können wir Ihnen ebenfalls direkt Etiketten und Barcodes anbringen. Auch Sonderverpackungen sind möglich.
 

6. Import und Zoll


Die Taschen sind fertig und gehen auf lange Reise. Über 11.000 km beträgt der Seeweg zwischen China und Deutschland. In Deutschland angekommen werden die Container entladen und verzollt. Je nach Taschen-Typ wird ein unterschiedlicher Zollsatz angewendet. Wir übernehmen die komplette Verzollung und Einfuhr für Sie. Sie bekommen bei diesem extra Schritt also keine Arbeit, sondern warten einfach ganz entspannt auf Ihre Taschen.

 

Fazit: Taschenpreise in 5 Punkten

Zusammenfassend lassen sich über die Kosten von Taschen nach Maß folgende Aussagen treffen:

  • Taschen nach Maß gibt es von wenigen Euros bis hin zu hochpreisigen Taschen für den Spezialeinsatz. Was „teuer“ oder „günstig“ ist bestimmt der Anwendungszweck
  • Die Kosten einer Tasche nach Maß hängen von Materialien, Komplexität der Fertigung und Stückzahlen ab.
  • Gerade bei kleinen Aufträgen fressen die Importkosten oft die günstigen Taschenpreise auf. Suchen Sie Kooperationspartner für den Import
  • Achten Sie darauf, dass ihre Taschen voll Verkehrsfähig in der Europäische Union sind. Zahlen Sie lieber etwas mehr und buchen Sie Spezialstoffe und lassen Sie sich beraten.
  • Bei hochqualitativen Taschen die entsprechend lange im Einsatz sind amortisieren sich die Kosten recht schnell.

Wenn Sie Unterstützung für Ihr nächstes Taschenprojekt benötigen melden Sie sich gerne bei unseren Taschenexperten. Egal ob per E-Mail oder telefonisch:

Marakanda GmbH

Mail: info@taschenhersteller.net
Telefon: +49 9373 – 69390-04


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Geschäftsführer Marakanda GmbH


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